Montag, 13. Januar 2014

Das macht Sinn - Tatort "Der tiefe Schlaf"

"Das macht Sinn" ist die 1:1-Übersetzung aus dem Englischen "That makes sense". Richtiges Deutsch ist das eigentlich nicht. Und trotzdem wird diese Phrase seit zig Jahren mit wachsender Begeisterung verwendet.

Im Tatort am letzten Freitag ("Der tiefe Schlaf", Erstaustrahlung 30.12.12) wurde diese "Übersetzung" zwischen Ivo Batic und Franz Leitmayr auf dem Klo diskutiert (26:10 - die waren doch grad erst pinkeln?). Ich musste erstmal lachen, als Leitmayr Batic mit vielen Worten verbessert. Ich wurde auch schon gelegentlich verbessert und versuche nun gewissenhaft die korrekte Variante zu verwenden :)

Leitmayr dann 4min später: "Macht das Sinn?" Ja wie denn jetzt? :)

In diesem Tatort müssen Batic und Leitmayr den Tod der jungen Carla aufklären, deren Leiche in einem Gewässer gefunden wurde. Dabei bekommen sie einen Kollegen zur Seite gestellt: Gisbert Engelhardt. Der Typ ist einfach göttlich! Mit seinen O-Beinen (das Pferd kann noch nicht lange zwischen seinen Beinen weggeschossen sein) ist er eine echt schräge Figur. Übermotiviert und von sich selber total überzeugt:

7:45 - "Ich habe Ihre Bilder im Internet gecheckt!"
8:02 - "Installiere ich mich mal..."
14:08 - *kawumm* Ein Sockenfund hinter dem Schrank... den Schrank hat er runterknallen lassen.
17:45 - Auswertung des Anrufs: Jacke ausgezogen und dann fast 3min in Action! Große Pointe ist ein Husten/Räuspern, was den Täter identifizieren soll.
25:50 - "Und ich hab' am Ende... immer Recht!"
28:45 - "Ich bin eigentlich richtig hart im... hart im... Nehmen!" (beißt in ein Fleischkäsebrötchen und bröckelt das Batic auch gleich wieder vor die Füße.)
[...]

Engelhardt hängt ein Bild von sich an die Wand und (Achtung! SPOILER!) nach seinem Tod werden 79 Selbstportraits und Sonnenuntergänge auf seinem Laptop gefunden. Echt schade, dass er nicht der dritte Mann geworden ist. Aber die witzigsten Tatörter sollen wohl nach wie vor aus Münster kommen.

Mit dem Tod von Engelhardt wechselt die Stimmung von "eher komödiantisch" zu "verdammt ernst". Engelhardt scheint von dem gleichen Täter getötet worden zu sein wie das junge Mädchen. War er ihm auf der Spur?

In den nächsten Szenen sieht man betroffene/verstörte Tatort-Ermittler. Leitmayr geht nach Engelhardts Beerdigung an einen Imbisswagen und lässt sich mit Bier voll laufen. Plötzlich hört er hinter sich das Husten/Räuspern, was Engelhardt aus dem Telefonat heraus kristalisiert hat! Batic und Leitmayr verfolgen den Typen. Der jedoch läuft vor ein Auto. Tot. Ende. Bis auf die letzte Rückblende: ein Auto hält neben Carla, eine Stimme fordert sie zum Einsteigen auf. Nur: kein Husten, kein Räuspern. Hä?

Ziemlich unbefriedigend. War der, der vor das Auto gelaufen ist, wirklich der Mörder? Wer war das? Häufig kommen die Täter aus dem familiären Umfeld, war das hier auch der Fall? Was hat der Titel mit dem Geschehen zu tun? Schläft Carla tief (im Gewässer)? Fragen über Fragen.

Rückblenden:
Kürzlich haben wir Hitchcocks "Die rote Lola" (im Original "Stage Fright" - passt eigentlich viel besser, finde ich) inklusive "Hitchcock und 'Die rote Lola'" gesehen. Hitchcock hat in diesem Film eine bis dahin wohl ungebrochene Regel gebrochen: seine Rückblenden (Achtung! SPOILER!) entsprechen nicht dem tatsächlichen Hergang.

Seitdem ich "Die rote Lola" gesehen habe, bin ich nun auch bei anderen Filmen mit Rückblenden - so auch hier - immer wieder verunsichert: stimmt es oder stimmt es nicht? (Obwohl ich meine, ich hätte schon mindestens einen anderen Film gesehen, bei dem Rückblenden nicht immer dem tatsächlichen Verlauf entsprachen. Wann/wo war das nur?)

Es könnte also sein, dass mich dieser Tatort aus diesem Grund eher verwirrt...

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