Montag, 14. April 2014

Die Spur des Spielers - Ein ???-Buch von André Marx (5 Sterne von 5)

Wer das ???-Hörspiel "Der sprechende Totenkopf" kennt, wird hier ein Déjà-vu erleben! Während die Totenkopfgeschichte mit einer Versteigerung und der bekannten Stimme von Gelach Fiedler beginnt, preist im Buch Justs Onkel diverse Stücke auf seinem Schrottplatz an, um hier mal Platz zu schaffen. Eigentlich hätte ich Andreas Erich Beurmann "hören" sollen, aber ich hatte beim Lesen die ganze Zeit Gerlach Fiedlers Stimme im Ohr!

Im Buch ersteigert Bishop Blake ein altes Schachspiel. Um dieses Schachspiel dreht sich nun alles, da es scheinbar ein Geheimnis birgt, das die drei ??? lösen möchten. Und natürlich auch erfolgreich getan haben, nachdem ich auf Seite 254 (eBook) angekommen war. Falls Just einmal einen Fall nicht lösen sollte, wird darüber wahrscheinlich kein Buch geschrieben :)

Alles in allem ist ein schönes, klassisches Rätsel für die drei ??? geglückt: geheimnisvolle Personen, ein Tratschweib mit farblosem Ehemann, eingeschüchterte aber hilfsbereite Zwillinge, ein anschlussuchender Derek und eine interessante Auflösung, die mich wegen des verwendeten "Materials" etwas zurück in die 80er zu Patrik Pacard versetzt hat. Aber es handelt sich schließlich auch um ein Geheimnis aus der Vergangenheit, da ist das durchaus ok.

Etwas traurig gestimmt hat mich die Geschichte vom erfundenen Gregor Lansky. Nicht erfunden wurde "seine" Eröffnung: die so genannte Sleipner-Eröffnung (b1 nach c3) gibt es tatsächlich. Im Buch wird erwähnt, dass Lansky bereits mit 15 Großmeister geworden sei. Dies trifft lt. Wikipedia auf Hikaru Nakamura zu. Marx scheint also ein paar Wahrheiten verschiedener Schachspieler gekonnt zu einer Person vereint zu haben.

Ein zweites Déjà-vu hatte ich, als Just im Kapitel "Videoanalyse" ganz nach Sherlock Holmes Manier eine Person analysiert. Ob nun Justus oder Sherlock dem Leser seine Schlussfolgerungen erklärt: man fragt sich, warum man selber (mal wieder) nicht drauf gekommen ist!

Etwas seltsam fand ich, dass in den USA scheinbar sonntags der Rasen gemäht wird (die Versteigerung war am Samstag, am nächsten Tag geht Just zur "beliebten" Mrs. Kretchmer, Bob sucht Sam Chiccarelli auf und Peter geht Rasen mähen bei den Robertsons). Ist das wirklich so?

Am Ende des Buches gibt es - zumindest beim eBook - noch eine Leseprobe zum blauen Biest, was wir aber schon als Hörspiel für gut befunden haben und deswegen nicht noch als Buch brauchen :) Rein schauen werde ich trotzdem mal.

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