Freitag, 15. August 2014

Sanctuary – Wächter der Kreaturen: Staffel 1 der Science Fiction-/Mysteryserie (2 Sterne von 5)

Als bei einem Elektronikfachhandel unseres Vertrauens "3 DVDs für 25 Euro" verkauft wurden und uns noch eine dritte DVD für dieses Angebot fehlte*, fiel uns die erste Staffel von "Sanctuary" in die Hände. Die Aufschrift auf der Box verspricht: "Eine außergewöhnliche, enorm aufwändig produzierte Science Fiction-/Mysteryserie mit ständig überraschenden Geschichten und innovativen visuellen Effekten."

Das "Sanctuary" ist ein Ort, der "alle möglichen Kreaturen der Nacht", "seltsamen Ungeheuern" und sogar "Monstern" Unterschlupf bieten soll. Geleitet wird es von Dr. Helen Magnus, gespielt von Amanda Tapping. Es handelt sich beim "Sanctuary" nicht nur um ein "Hotel" für seltsame Kreaturen, es werden dort auch gefährliche Wesen eingesperrt, um den Rest der Welt vor ihnen zu schützen.

Emilie Ullerup spielt Dr. Magnus' Tochter Ashley, die zwar zum Einen als Kämpferin ausgebildet wurde, zum Anderen aber noch recht pubertär rüber kommt (lt. Folge 9 soll sie bereits 23 sein). Sie erinnert mit ihren blonden Haaren, der Stubsnase und den strahlend weißen Zähnen eher an eine unerzogene Barbie als an eine Monsterjägerin. Immer ein bisschen rebellisch, die Gefahr heraus fordernd - ernst nehmen kann ich sie nicht.

Robin Dunne als Dr. Will Zimmermann, dem forensischen Psychiater im "Sanctuary", erinnert an einen "Harry Potter nach seiner Zeit in Hogwarts". Nicht nur, weil er zu Beginn eine Brille trägt. Diese verschwindet jedoch in den ersten Folgen, und als Zuschauer wird man nur kurz darüber informiert: "... muss mich noch an meine Kontaktlinsen gewöhnen ...". Oder so ähnlich. Gefühlt gleichzeitig wechselt seine vorher brav "gelegte" Frisur zu einer ständig-out-of-bed-Wuschelfrisur. Trotzdem wirkt Robin Dunne neben den beiden Hauptdarstellerinnen eher farblos.

Ein nicht so richtig einzuordnender Character ist John Druitt, gespielt von Christopher Heyerdahl. Zu Beginn ist er der Bösewicht, doch dann arbeitet er mit Dr. Magnus zusammen. Oder nicht? Vom Aussehen her ist er auf jeden Fall die interessanteste Figur.

Ganz witzig finde ich Ryan Robbins als Henry Foss. Vielleicht weil ich ein Herz für Informatiker habe? Er selbst stellt sich als "Mädchen für alles" vor - was er scheinbar auch ist.

Ein bisschen Bigfoot, ein bisschen Chewbacca, fertig ist der kuschelige Hausdiener im "Sanctuary": Hat das Pelzwesen überhaupt einen Namen? Dargestellt wird "Der Große" übrigens ebenfalls von Christopher Heyerdahl.

Die FSK-Angaben der Serie springen von DVD zu DVD: die erste mit Folge 1 - 3 ab 12 ist, die zweite DVD dann ab 16: "Die nächste Folge darfst du erst in vier Jahren schauen!", die dritte DVD ist wieder ab 12, die vierte wieder ab 16. Ziemlich doof, da es eine fortlaufende "Hintergrundstory" gibt.

In den ersten beiden Folgen geht es um das große Kennenlernen und einen Jungen, dem ein Wurm aus dem seitlichen Bauch wächst. Ein bisschen fühlt man sich wie "Im Land der Raketenwürmer". Es kommt kein richtiger Schwung auf, obwohl so eine Doppel-Pilotfolge doch neugierig machen soll auf die folgenden Teile der Serie? Die weiteren Folgen erinnern mich teilweise an "Erben des Fluchs". Während dort immer wieder versehentlich verkaufte "böse" Gegenstände auftauchten, die zurück in den Antiquitätenladen geholt und dann im Geldschrank eingesperrt werden mussten, tauchen hier immer wieder Gestalten auf, die im "Sanctuary" untergebracht werden müssen: Entweder um den Rest der Welt vor ihnen zu schützen oder um die Gestalten vor dem Rest der Welt zu schützen.

Außergewöhnlich und enorm aufwändig produzierte Serie? Ok, die Idee ist neu (mir zumindest), aber mehr auch nicht.

Ständig überraschende Geschichten? Ich war bisher noch nicht einmal wirklich überrascht ... einige der Folgen erinnern mich an Star Trek, wo ich in den 90ern das Vergnügen hatte, die eine oder andere Folge mit Captain Picard zu sehen. Dann gibt es ein bisschen "Gremlins" ("Die Nubbins") und ein bisschen "Blair witch project" ("Instinkt"), wobei ich letztere Folge mit Abstand als anstrengendste empfand. Immerhin hatte sie noch einen kleinen Gag am Ende.

Innovative visuelle Effekte? Ich dachte, ich hätte überrascht werden können, schaue ich doch eigentlich keine der neuen "innovativen" Serien, und schon gar keine, die bekannt sind für "visuelle Effekte". Auch bei neuen Filmen bin ich kaum auf dem Stand der Zeit. Trotzdem hat mich bisher noch nichts hinter dem Ofen hervor geholt. Die Serie "glänzt" wohl dadurch, keine Sets benötigt zu haben: offenbar wurde fast alles per Greenscreen-Technik gedreht, wie auch das Zusatzmaterial auf der DVD verrät.

Vielleicht fehlt mir einfach die "Fan-Verbindung" über die ganzen Serien, in denen die Schauspieler bereits mitgespielt haben: "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" habe ich ebenfalls in den 90ern gesehen, alles andere aus den Wiki-Listen sagt mir nichts.

Verbunden sind die einzelnen Folgen mit der bereits erwähnten Hintergrundgeschichte über Amandas, Ashleys und Johns Vorgeschichte, in der ich vergeblich den roten Faden suche. Nach der 13. Folge steht man vor einem offenen Ende ... für mich bleibt es offen.

*Inzwischen wissen wir, dass wir besser eine Staffel "Columbo" genommen hätten ...

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