Mittwoch, 7. Januar 2015

doitschä rächtschraibunk zaichensätsung unt gramatick

Man fasst es nicht, was man so im Internet zu lesen bekommt ...

Ich rede jetzt nicht von Buchstabendrehern, vergessenen Kommas (zu "meiner" Zeit hießen die noch Kommata) und hier und da vergessenen Großbuchstaben. Hier geht es um anderes ... um gekonntes Ignorieren von Rechtschreibung, Zeichensetzung, Freundlichkeit ... und das ist nicht immer witzig.

Also Türen schließen, anschnallen, es geht los!

Bereits beim Namen gehudelt hat diese Person, der man ruhig mal die Shift-Taste entklemmen und einen Beutel Satzzeichen spendieren sollte:


Noch besser ist sein Kollege zum gleichen Artikel bei Google+:


Da weiß man gar nicht, wo man mit dem Kopfschütteln anfangen soll. Hat er nicht verstanden, dass es sich um einen satirischen Beitrag handelt? Das scheint er - Zeitmäßig - nicht hinbekommen zu haben, mit seinem großen Lachenden Auge um sich sein Akku groß Aufzuladen. Kann dieses "Blatt" ihn nun manipulieren - oder hält er an seiner Meinung groß Fest? Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. "Ich denke einfach nur." Also ist er?

Seit der Rechtschreibreform kann man echt nicht mehr sicher sein, ob s, Doppel-s oder ß. Die Verwendung ist genau so komplex wie das mit die Komponisten:


Wäre mindestens ein Komma verwendet worden, hätte was auffallen können ...

Aber es gibt offenbar Leute, die nie Luft holen. Auch nicht beim Schreiben. Falls diese Schreiberin doch mal Luft holt, könnte ihr jemand die Verwendung einer Rechtschreibkorrektur erklären ...


Ja, Satzzeichen und Rechtschreibung können echt beim Verstehen einiger Meinungen helfen. Auch bei einem Kommentar zu 8,50-Euro-Mindestlohn ...

... man kann es den Leuten auch echt nicht recht machen ...
Nur, um nochmal für die Verwendung eines Kommas zu plädieren:
Wir essen, Opa!
vs.
Wir essen Opa!
Gefühlt sind mindestens 50% der Spielebewertungen im PlayStore eher grenzwertig formuliert. Ich hoffe nicht, dass das ein "Ergebnis" vom Spielen ist. Hier mal eine völlig neue Interpretation von lahmarschig:


Auch weiß ich nicht, ob man ein Spiel anderster machen soll, wenn es dann solche Leute vielleicht (wieder) spielen:


Zum Glück gibt es noch (noch!) mehr anders als anderster im Netz. Wie das wohl in ein paar Jahren aussehen wird?


Doch ... was kann man erwarten, wenn Spielbeschreibungen nur noch automatisiert übersetzt werden?


Da drängen sich immer wieder Uderzo und Goscinny auf: "What he says??"

Nur als Zwischenwurf: Hier scheint jemand die Bewertung mit Hangouts verwechselt zu haben, oder? Aber trotzdem nett, fünf Sterne zu vergeben :)


Was an Kommas zu wenig verwendet wird, wird an Apostrophen zuviel verwendet. Überall findet man die so genannten "Deppenapostrophen", diese Häkchen, denen schon eine ganze Webseite gewidmet wurde und die überall dort hin gesetzt werden, wo sie eigentlich gar nicht hin gehören. Hier hängt eins am Polizeiauto:


Eigentlich interessant, scheint der Text doch ansonsten durchdacht getippt worden zu sein?!

Ähnlich oft wie die Häkchen findet man die Hacken im Netz. Wobei eigentlich der Haken gemeint ist. Ich muss zugeben, ich habe auch ein paar Worte, bei denen ich mich immer wieder frage, wie jetzt noch gleich die richtige Schreibweise ist (warum hat z.B. der Tiger kein ie, das ist doch doch laaaaang; hier schlägt uns die Wortherkunft übers Ohr), bei Hacken und Haken muss man doch nur mal laut denken, dann hört man es!


Anders(ter) wäre es natürlich, wenn die App das Smartphone hacken würde ;) Oh-wei, oh-wei!

Schwierig wird es wirklich, wenn die Aussprache von der Schreibweise abweicht. Ich weiß, wovon ich rede! Wenn ich sage: "Ich habe gesaugt", dann ist das g ein sauerländisches ch und der ganze Satz hört sich folgendermaßen an: "Ich habe gesaucht." Hier irgendwo südlich vom Sauerland kann man mit diesem g-ch nichts anfangen, weswegen ich immer wieder auf meinen "Sprachfehler" hingewiesen werde: "Heute wieder sauchen?" Pfffft. Immerhin weiß ich, wie man es schreibt ... Neu scheint die Masche zu sein, statt eines tatsächlichen ch ein g einzufügen:


Was wäre das Leben ohne Fremdworte? Wenn ich da an Lutz aus "Schwiegertochter gesucht" denke, der immer integriert und intregiert verwechselt hat ... ist ja fast das Gleiche, oder? Oder das erst kürzlich wieder ins Leben gerufene Abinente, was ja eigentlich auch völlig klar ist, oder?

Aber manchmal - muss ich zugeben - brauche ich doch etwas, bis ich verstehe, was gemeint ist:


Nicht zu verwechseln mit dem Boerne aus Münster!

Dem folgenden Schreiber möchte ich unterstellen, dass es an der späten Uhrzeit liegt, dass er sich verschrieben hat - und ihm eigentlich der Unterschied der beiden V-Worte bekannt ist :)


Anders(ter) bei der Bewertung eines emenz schwierig zu bedienenden Bastelgeräts:


Emenz kann man übrigens "nachschlagen" :)

... geistiger Verfall ...
Beim Fratzenbuch traf ich letztens die Schaarenweiße. Nicht zu verwechseln mit der "Berliner Weiße", da es hier - obgleich großgeschrieben - wohl als Adverb gilt:


Kürzlich jemand: "Es wird der Tag kommen, an dem ich 'seit' und 'seid' auch verwechseln werde!" Kann so nicht passieren:


Wenn man diesen kleinen Querschnitt über Beiträge im Internet so betrachtet, fragt man sich, was der Autor eines Artikels in der SWP zu einem Geocaching Lost Place meinte, als er "berichtet dort ein Oli1878 in holprigem Deutsch von seinem Rundgang" schrieb.


Ich wünschte, man würde öfter solche gut formulierten Logs lesen:


Das kann einem höchstens "kryptisch" vorkommen, wenn man keine Ahnung vom Geocachen hat ...

Rechtschreibung ist übrigens gar nicht so unwichtig, wie kürzlich eine Berufsschülerin feststellen musste, die einen Attest gefälscht hatte: Sie flog wegen Rechtschreibfehlern in dem Dokument auf. Ja, dumm gelaufen.

Auch die meisten Phishing-Mails erkennt man übrigens problemlos am ungenügenden Stil. Wenn man ihn denn erkennt.

Wer Rechtschreib- und sonstige Fehler findet, darf sie übrigens gerne behalten.

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