Dienstag, 16. Juni 2015

Wer "Henning" haben will, muss eben mehr bezahlen!

Dies hier wird - indirekt - eine Krankenkassen- und Pharmaindustrie-Rezension ... beide bekommen (mindestens je) eine Goldene Himbeere von mir!



Hashimoto-Thyreoiditis

Schon seit Jahren muss ich Tabletten für meine Schilddrüse nehmen. Hashimoto-Thyreoiditis ist der Grund. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Hashimoto-Thyreoiditis ist - nach aktuellem Stand - nicht heilbar.

Trotzdem muss ich bei meiner Krankenkasse immer wieder "beweisen", dass ich noch immer unter dieser chronischen Krankheit leide. Alleine das wäre schon eine Goldene Himbeere wert!

L-Thyroxin

Bei Hashimoto-Thyreoiditis muss man L-Thyroxin nehmen. Den Wirkstoff gibt es in verschiedenen Dosierungen. Hierbei bedeutet die Zahl nicht etwa Milli- sondern Mikrogramm. Die Dosierung muss dementsprechend ganz besonders fein eingestellt werden. Den Hersteller sollte man zudem nicht wechseln, wenn man einmal eingestellt ist, da der Körper vom Hersteller abhängig den Wirkstoff unterschiedlich aufnimmt. Das bekommt man auch jedes Mal in der Apotheke vorgebetet.

Die Dosierung

Angefangen habe ich mit 75µg.

Auch wenn kein Dosierungswechsel vorgesehen war, musste ich den Hersteller immer wieder wechseln, da die Krankenkassen wechselnde Vertragspartner haben und das eine oder andere Produkt mir plötzlich nicht mehr verkauft werden durfte.

Die Hersteller

So landete ich erst bei 100µg, schließlich musste ich 75µg und 100µg im Wechsel nehmen, bis meine Ärztin auf die Idee kam, es gäbe einen (vertragsgepartnerten) Hersteller, der auch 88µg im Angebot hat. Nicht selten kam ich in eine Apotheke, die ganz erstaunt war, dass es diese "komische" Dosierung geben soll. Zwischenzeitlich musste ich 88µg und 100µg im Wechsel nehmen, dann wieder nur 100µg - im Frühjahr sollte ich auf 125µg erhöhen.

Um die gerade erst angebrochene 100er Packung mit 100µg nicht wegwerfen zu müssen, habe ich vorgeschlagen, doch einfach 25µg aufzuschreiben, die ich dann zusätzlich nehmen könne. Falls das möglich sei.

25µg

In der Apotheke hieß es, so eine kleine Menge würde gar nicht hergestellt. Schließlich konnte die Dame doch noch ein Päckchen mit 25µg-Tabletten der Firma "Henning" in ihrem Computer finden, was - obwohl es nicht hergestellt wird - sogar gleich vorrätig war.

Mir war schon klar, dass auch bei nur einem Viertel der Dosierung ich ebenfalls 5 Euro zuzahlen würde.

5 Euro?

"Weil sonst keine Firma diese kleine Dosierung herstellt, kostet es leider etwas mehr!", bekam ich zu hören.

Na toll, jetzt tut man der Krankenkasse den Gefallen, dass man nicht fast 100mal 100µg wegwirft, und wird dafür noch bestraft! Ich glaube, es waren um die 25 Cent, die mich diese Mini-Dosierung extra gekostet hat.

Nun sind auch die 100µg fast alle. Da es jedoch so aussieht, dass ich demnächst doch wieder nur noch 100µg nehme (hätte ich das im Frühjahr mal geahnt!), musste nun diese Dosierung ersetzt werden.

Was mich (fast) nicht wunderte: "100 µg L-Thyroxin von 1A Pharma ist nicht lieferbar. Auch nicht zukünftig. Die haben das wohl aus dem Programm genommen. Eigentlich darf man das ja nicht, aber wir müssen auf eine andere Firma ausweichen."

Nach viel Gesuche wurde eine Firma gefunden, die (noch?) 100µg herstellt. Dass das so kompliziert ist, kann ich mir zwar fast nicht vorstellen, aber das Gegenteil kann ich auch nicht beweisen.

"Macht dann 5,48 Euro!"

"Wieso 48 Cent extra?", fragte ich.

"Wer 'Henning' haben will, muss eben mehr bezahlen! Und eigentlich müsste ich Sie auch noch das Rezept umschreiben lassen ...", bekam ich zur Antwort.

Vielen Dank! Ich WILL Henning gar nicht haben, mir bleibt nichts anderes übrig!

Vielen Dank, liebe Krankenkasse!

Vielen Dank, liebe Pharmaindustrie!

Hier sind die Goldenen Himbeeren!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.