Montag, 16. November 2015

Schreibt sich eine schlechte Bewertung leichter als eine gute?

Google Play: http://goo.gl/5BQt30

Vorgeschichte


Kaum zu glauben, aber meine eigentlich für den Selbstgebrauch programmierte APP "FODMAP - deutsche Liste" wird mir - mal old school ausgedrückt - aus den Händen gerissen (zumindest verglichen mit meinen anderen Apps :)).

Stand 6. September 2015 um 16:07 Uhr: 

1034 Downloads!


Von diesen 1034 Downloads haben 707 User die App tatsächlich behalten, was ich für einen recht guten Schnitt halte, immerhin sind das etwa 7 von 10 Usern. Allerdings habe ich bisher lediglich 12 Bewertungen erhalten (9 davon mit zusätzlichem Text zur Sternchenvergabe):


Angeblich bewertet bei Amazon höchstens jeder 100. Käufer ein Produkt. Das übertreffe ich mit meinen 12 von 1034 leicht, vielleicht weil die Hürde zum Bewerten einer App wesentlich geringer ist, da nicht zwingend Text hinzugefügt werden muss wie bei Amazon.

Im Text über Amazon-Bewertungen steht außerdem, dass Menschen derart veranlagt sind, sich eher bei negativen Eindrücken öffentlich Luft zu machen als bei positiven. Hierzu Blick in meine Amazon-Bewertungen: Gemischt. Eigentlich verfasse ich immer eine Rezension, wenn ich den Eindruck habe, etwas zu sagen zu haben - egal ob positiv, negativ oder neutral.

Letztens wurden bei AndroidPit 1-Sterne-Bewertungen im Play Store diskutiert, bei denen offensichtlich viele Nutzer nur ihren Frust ablassen wollen, ohne konstruktive Kritik an einer App zu äußern. Ich selber habe eine solche Bewertung für meine "Microbes" bekommen:


Auf die Antwort von Alisha B. warte ich noch heute.

Bei 17 Bewertungen für die "Microbes" tut der eine Stern nur mäßig weh, damit kann ich leben. Anders ist es bei den Frust-Sternen, die ich hier bereits vor Kurzem zu einem Hörspiel diskutiert habe: Jungs und Mädels, so funktioniert das nicht mit den Produktrezensionen!

Bei dem betroffenen Hörspiel wurde fast ausschließlich das Fehlen der AutoRip-Funktion "bestraft". Fast alle der Rezensenten hatten von dem Hörspiel noch keine Sekunde angehört. Inzwischen ist AutoRip verfügbar, trotzdem hat - auch jetzt nach Wochen! - so gut wie niemand seine schlechte Rezension widerrufen oder zumindest bearbeitet.

Nun stellte sich also die Frage:


Meckern User tatsächlich lieber als dass sie loben?


Warum programmiert man/programmiere ich überhaupt Apps? Viele meinen ja, man könne damit reich werden. Hätte ich "Flappy Bird" erfunden, wäre das vielleicht sogar - vorläufig - der Fall gewesen, aber in meiner Sammlung befindet sich kein "Flappy Bird" (nur ein fliegender Toaster ;)).

Die FODMAP-App habe ich - ich sagte es bereits - eigentlich für den Selbstgebrauch programmiert, da ich beim Einkaufen nicht mit Papierausdrucken herumfuchteln wollte. Alleine in die Datensuche sind viele Stunden geflossen. Dann musste ich nochmal einiges an Zeit für die "Sidebar" investieren, die ich vorher noch nie verwendet hatte.

Viele, viele Stunden Zeit also, die ich völlig gratis zur Verfügung stelle, die jedoch mit nur 12 Bewertungen belohnt werden. Ich finde das sehr schade, da "Lob" in diesem Fall mein "Lohn" ist!

In meinem letzten Beitrag zu Amazon-Rezensionen habe ich es ja bereits angedroht: Wie wäre es mal mit einer Studie zum Thema


Schreibt sich eine schlechte Bewertung leichter als eine gute?


Ich habe meinen bisherigen Bewertungsstand einschließlich Kommentare gesichert und am 06. September - nach dem 1034. Download - eine neue Version meiner FODMAP-App hochgeladen, die (testweise?) Werbung enthält. Werbung ist unbeliebt, vor allem wenn sie nachträglich ergänzt wird.

Einwurf 1:
So sind die Werbebanner in die Views der ListView gekommen.

Einwurf 2:
Wer jetzt glaubt, dass mich jede Werbeeinblendung reich macht, der irrt. Solange niemand auf die Werbung drückt, bekomme ich nichts. Wenn jemand drückt, bekomme ich - im besten Fall - eine einstellige Cent-Summe.

So ging es weiter mit Version 1.3


Stand 16. November 2015 um 17:32 Uhr: 

1488 Downloads


Von diesen 1488 Downloads haben 853 User die App tatsächlich behalten. Während noch vor einem Monat etwa 7 von 10 Usern die App behalten haben, sind es jetzt nur noch knapp 6. Erstaunlicherweise habe ich nur zwei neue Bewertungen:


Ergebnis


Ich war mir eigentlich todsicher, dass es nach dem Einbau der Werbung schlechte Bewertungen hageln würde. Tatsächlich habe ich lediglich zwei neue Bewertungen bekommen: einmal 5 Sterne, einmal 2 Sterne.

Die 2-Sterne-Bewertung begründet der User tatsächlich mit der "aufdringlichen" Werbung. Zitat:
Ich kann ja verstehen wenn der Hersteller sich bei einer gratis App durch Werbung etwas dazuverdienen will. Aber hätte nicht auch EIN Werbebanner gereicht? Schaue jetzt im Internet nach einer Tabelle.
Nochmal zur Erinnerung: Nein, mich haben die Werbeeinnahmen aus gut zwei Monaten NICHT reich gemacht. Das dadurch eingenommene Geld reicht vielleicht gerade für den Strom um meinen Rechner hochzufahren.

Im Oktober erreichte mich eine Mail, es sei nicht besonders "seriös", Werbung in eine App einzubauen und dies in den Versionshinweisen nicht zu erwähnen. Zum Einen habe ich das absichtlich nicht erwähnt, zum Anderen habe ich noch in keinem andere Versionshinweis etwas von "negativen" Erweiterungen gelesen.

Kam im September noch (durchschnittlich) nach jedem 86. Download eine Bewertung, habe ich nun (durchschnittlich) nur noch nach jedem 106. Download eine Bewertung bekommen, die Bewertungshäufigkeit ist entgegen meiner Erwartungen zurück gegangen!

Man könnte annehmen, dass die User die App schneller deinstalliert haben als vor dem Update, doch sind die Deinstallationen nicht plötzlich gestiegen, wie der Vergleich aller jemals durchgeführten Downloads zu den aktiven Installationen zeigt:


In Hochzeiten haben 75% der User die App behalten, inzwischen ist der Wert (kontinuierlich) auf 57% gefallen. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber der Trend wurde nicht durch den Einbau der Werbung beeinflusst:


Interessant wäre jetzt vielleicht, wie viele User bereit wären, für eine werbefreie App zu bezahlen ...


Nachtrag vom 19.11.2015: Gestern erreichte mich eine Mail, dass im PlayStore “ad-supported” labels for apps eingeführt wurden und man seine Apps bis spätestens zum 11. Januar 2016 entsprechend markieren muss. So ist es zukünftig für alle offensichtlich, wenn Apps mit Werbung ausgestattet sind ...


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