Montag, 23. Mai 2016

Der Philips HR2199/00 Hochleistungsmixer im Test

Ein glücklicher Umstand führte mich zu dem neuen Philips HR2199/00 Hochleistungsmixer, dessen Funktionen ich gleich mal quer durch den Garten getestet habe.

Das Gerät

Das Gerät besteht aus einem Unterbau und einer Glaskaraffe, die recht schwer ist. Ich vermute, dass dies so sein muss, damit das Gerät die benötigte Standfestigkeit mitbringt. Mit einer maximalen Füllmenge von 1500ml hat man schon ordentlich etwas zu Heben. Der Unterbau hat kleine Saugfüße, mit denen er bombenfest auf dem Untergrund steht. Am Unterbau erkennt man gleich die Möglichkeiten, die das Gerät bietet: Neben Programmen für pürierte und stückige Suppen, Kompott und Sauce kann manuell gekocht und gemixt werden. Außerdem gibt es eine Funktion zum Zerkleinern von Eiswürfeln.

Das Gerät soll einen festen Platz in meiner Küche bekommen, da ich vor habe, es häufig zu verwenden. Das Kabel reicht dabei so gerade bis an die Steckdose, es hätte durchaus etwas länger sein können!

Die Gebrauchsanweisung

Die dem Gerät beiliegende "Gebrauchsanweisung" ist in meinen Augen eine Unverschämtheit. Ein "Poster" in vier Sprachen, welches man ständig wenden und drehen muss. Zudem befinden sich auf dem Blatt informative Tabellen, die frau nicht gleich auswendig beherrscht. Dafür jedes Mal das Poster wieder entfalten? Ich habe also nach der Gebrauchsanweisung im Internet gesucht - und nichts gefunden (Stand 15.05.2016). So blieb mir nichts anderes übrig, als die entsprechenden Stellen des Posters einzuscannen, auszudrucken und zu laminieren. Das Poster zerschneiden wollte ich nicht.

Zusammengefaltete Poster
Beim Überfliegen des Posters musste ich feststellen, dass der Mixer keinen Schalter besitzt! Vom Benutzer wird tatsächlich verlangt, zum Ein-/Ausschalten den Stecker in die Steckdose zu stecken bzw. heraus zu ziehen! Da meine Dose "versteckt" liegt (hat bisher bei Minibackofen, Mikrowelle, Kaffeemaschine .. auch super funktioniert!), muss ich mir noch etwas einfallen lassen, um mir nicht jedes Mal das Kreuz zu verdrehen.

Das Rezeptbuch

Sehr schön gemacht ist das Rezeptbuch zum Mixer: Ein Aufsteller ähnlich einem Kalender, der alle Rezepte ebenfalls in vier Sprachen enthält. Eine tolle Idee, da ich das Rezept so platzsparend direkt neben den Mixer stellen kann.

Die Rezepte

"Rhabarber-Kompott" hat - als erster Versuch - super funktioniert. Zumindest bis zu dem Punkt, als ich das (komplette) Kompott aus der Karaffe herausbekommen wollte. Mehr dazu unter "Das Säubern". Bei der Einstellung "Kompott" kommen die Messer des Gerätes offensichtlich nicht zum Einsatz.

Als nächstes habe ich das Rezept für "Bolognese-Sauce" ausprobiert. Während beim Kochen der Soße im Topf lediglich ein paar Spritzer Tomatensoße am Deckel hängen, hing hier die halbe Soße im Deckel. Kann man raus kratzen, kein Problem. Schwieriger ist das mit der Soße unterm Messer.

HR2199/00 mit Bolognese Soße
Vom Geschmack her war die Soße super, von der Konsistenz eher nicht. Ich mag das "Brockige", wenn Hackfleisch angebraten ist, was hier völlig verloren geht. Bei der Einstellung "Sauce" kommen offensichtlich die Messer zum Einsatz.

Nudeln mit Bolognese Soße
Danach habe ich mich an das Rezept für "Kartoffel-Lauch-Suppe" angelehnt, um Gemüsereste in eine Cremesuppe zu verwandeln. Statt 400g Lauch habe ich einfach 400g gemischtes (Suppen-)Gemüse verwendet.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass das Gemüse erst gekocht und dann püriert wird, das Gerät "hexelt" aber gleich zu Beginn die Zutaten. Somit hätte ich mir beim Zuschnitzen der Gemüsestücke gar nicht so große Mühe geben müssen ... zudem wundert es mich, dass für die Zubereitung trotzdem 25 Minuten eingestellt wird. Die kleinen Gemüsefetzen müssten doch innerhalb von Sekunden gar sein?

Gemüse-Suppe - frisch gehexelt
Der Mixer hat in der Tat eine super-cremige Suppe gezaubert, am Geschmack muss ich aber noch arbeiten.

Cremige Suppe aus Resten
Unseren ersten Baby-Brei habe ich mit einem Pürierstab gemacht, hatte dann aber Angst, dass noch zu große Stücke drin sein könnten. Deswegen habe ich danach die Flotte Lotte genommen, was immer ziemlich lange dauerte und eine große Sauerei machte. Zudem blieb ziemlich viel Brei auf der Strecke. Mit dem Mixer und dem Rezept für "Kartoffel-Broccoli-Brei" sollte alles besser werden.

In den gängigen Anleitungen für Baby-Brei werden Gemüse und Kartoffeln immer im Verhältnis 2:1 verwendet, weswegen ich das angegebene Rezept dahingehend abgewandelt habe: 200g Broccoli und 100g Kartoffeln. Die Wassermenge habe ich belassen. Der Brei wird mit der manuellen Kochfunktion gekocht und soll danach auf Stufe 1 cremig gemixt werden. Das Ergebnis war wirklich superfein püriert aber leider sehr zäh und so gerade für eine Portion ausreichend, da sehr viel Brei im Mixer hängen blieb.

Die Rezepte scheinen ein Querschnitt der Möglichkeiten zu sein, die der Mixer bietet: Pürierte Suppen, stückige Suppen, Kompotte, Saucen, Babynahrung, kalte Suppen, Getränke und Nachspeisen. Sicherlich kann man sich nach diesen Beispielen noch einige eigene Rezepte erarbeiten.

Die Portionsangaben

Das "Rhabarber-Kompott" soll für 4 bis 6 Personen sein. Als Nachtisch aus 700g Obst durchaus angemessen, finde ich.

In die "Bolognese-Sauce" kommen 170g Hackfleisch, was für 4 bis 6 Personen reichen soll?! Was sind das für Personen? Baby-Elfen? Wir haben die komplette Soße zu zweit mit 180g Nudeln und einem Kopfsalat vertilgt.

Die "Kartoffel-Lauch-Suppe" soll ebenfalls für 4 bis 6 Personen reichen. Wir hatten jeder zwei Teller davon mit jeweils einer Wurst drin und waren danach halbwegs satt. Als Hauptmahlzeit also lediglich für 2 Personen geeignet.

Beim "Kartoffel-Broccoli-Brei" ist keine Angabe gemacht, wobei es natürlich auf das Baby ankommt. Die Zutaten könnten durchaus für zwei Portionen reichen, eine bleibt aber im Mixer kleben.

Das Säubern

Das Säubern des Mixers wird allgemein als "einfach" beschrieben, was ich jetzt nicht so unterschreiben würde. Während das Rhabarber-Kompott noch halbwegs aus dem Mixer heraus geschüttet werden konnte, blieb von der Bolognese-Sauce ordentlich was unter dem Messer hängen. Die Cremesuppe kam wieder einigermaßen gut heraus, während vom Babybrei annähernd eine komplette Portion unten in der Karaffe kleben blieb.

Nach einigen vorsichtigen Löffel-am-Messer-vorbei-Versuchen bleibt einem nichts anderes übrig

  • Wasser in die Karaffe zu füllen und per Mixfunktion die Säuberung zu starten und auf den Rest des Essens zu verzichten oder
  • die Karaffe auseinander zu nehmen (Karaffe + Bodenplatte mit Messer + Dichtung), um noch etwas mehr Nahrung unter dem Messer hervor zu löffeln, was jedoch je nach Rezept und Konsistenz des Karaffeninhalts eine ziemliche Sauerei nach sich zieht.
Egal, für welchen Weg man sich entscheidet, danach müssen die Karaffeneinzelteile noch komplett gereinigt werden. In der Spülmaschine soll das ganz toll funktionieren. Da ich eine solche nicht besitze, muss ich auf manuelle Reinigung setzen.

Leider sind die Halterungen an der Karaffe nicht komplett dicht, sodass sich nach dem Spülen Schaum und kleine Nahrungsstücke zwischen Halterung und Glas befinden, was ich nicht unbedingt appetitlich finde:


Griff mit Schaum
Unterer Rand mit Schaum
Unterer Rand mit Schaum und Nahrungsrest
Hätte ich für das Gerät den vollen Preis bezahlt, würde ich gute 3 Sterne geben. Da ich es jedoch günstiger (zum Testen) kaufen konnte, mache ich aus den guten 3 Sternen 4 Sterne. Ich werde es zu dem von mir bezahlten Preis auf jeden Fall behalten und noch weiter testen.


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