Dienstag, 4. April 2017

Hauskauf ist "Vertrauenssache" (Teil 6) - Wer die Wahrheit sagt, ist selber schuld?

Liebe D.,

ich denke, ich darf Sie jetzt beim Vornamen nennen? Immerhin habe ich Sie in den letzten Wochen und Monaten richtig kennengelernt und einiges über Sie erfahren ...

Mit dem Putzen hatten Sie es nicht so, liebe D., oder? Zumindest die Fenster nach Süden haben Sie schon lange nicht mehr geputzt. Ich vermute dies nicht, weil man den Dreck abkratzen konnte. Ich selber bin beim Putzen gescheitert, da mir insbesondere außen der Holzfensterrahmen entgegen gebröckelt kam. Leider hat auch die von Ihnen - nicht nur über die Rahmen sondern auch über die Fenster großzügig verteilte - braune Farbe weder optisch noch funktionell an den total vergammelten Rahmen etwas reißen können.

Hätten Sie, liebe D., doch nur an der Eingangstür dieselbe, kaum zu entfernende Farbe verwendet! Hier fand ich leider eine wasserlösliche Farbe vor, weswegen die Tür nun nach dem Abwaschen ein paar Töne heller ist als vor dem Abwaschen. Dafür sind ein paar Putzlappen und mehrere Eimer Wasser dunkelbraun geworden.

Wo wir gerade bei der Eingangstür sind: Warum haben Sie, liebe D., einen Türgriff für einen Anschlag auf der falschen Seite eingebaut? Ihnen dürfte doch aufgefallen sein, dass so nicht genug Platz für den Griff ist und nun der Türrahmen total abgeschabt ist?

Nicht nur, dass Sie uns verschwiegen haben, dass am Hausdach etwas kaputt ist, liebe D., Sie haben auch verschwiegen, dass das Dach des Wintergartens undicht ist! Erst viel zu spät haben wir Ihre dilettantischen Reparaturversuche entdeckt, alles Mögliche zu schmieren und zu verkleben, was aber ganz offensichtlich alles nicht zum (Dicht-)Ziel führte.

Warum haben Sie sich mit dem Problem nicht an die Wintergarten-Firma gewandt? Sie haben uns gesagt, der Wintergarten sei "drei Jahre alt", das hätte doch (fast?) noch in der Gewährleistung sein müssen! Tja, auch hier haben Sie uns belogen, liebe D.: Der Wintergarten ist von 2010, wie mir die Firma verraten hat.

A propo Dichte: Sie haben uns verschwiegen, dass sich während andauernden Regenfällen vor der Tür des Französischen Balkons zwei Teiche im Kinderzimmer bilden. Sicherlich waren Sie heilfroh, dass es während unserer Besichtigungen nie geregnet hat.

Vielen Dank, dass Sie uns Unterlagen zur Abnahme des Kaminofens gegeben haben. Schade allerdings, dass er in einem völlig anderen Zustand abgenommen wurde, als er jetzt  ist, wie wir erfahren haben. Hier sollte es noch neuere Unterlagen geben, liebe D.?

Statt aktueller Unterlagen haben Sie uns lieber vergammelten Sperrmüll hinterlassen, den wir erst jetzt zufällig auf dem Dach der Garage entdeckt haben. Wer kommt bitte auf die Idee, Sperrmüll auf ein Garagendach zu werfen??

Ähnlich gefreut haben wir uns über die Eternit-Balkonkästen-Hinterlassenschaft. Wir haben die alten, hässlichen Dinger fachgerecht entsorgt, obwohl das - wie die Entsorgung des Sperrmülls auf dem Garagendach - eindeutig Ihre Aufgabe gewesen wäre, liebe D..

Von Ihren ehemaligen Nachbarn haben wir noch so einige erfahren, was wir aber besser für uns behalten. Oder wie sehen Sie das, liebe D.?


P.S.: Wahrscheinlich werden wir noch über Monate immer neue "Entdeckungen" machen ...

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