Donnerstag, 19. Juli 2018

V. (1 - Die Dachdämmung) - Handwerk, das Leiden schafft - Ernüchternde Durchführung

Wer sich eine neue Gastherme gönnt, weil die alte in den letzten Zügen liegt und es keine Ersatzteile mehr gibt, wird - obwohl dadurch beispielsweise weniger Gas verbrannt wird - damit "bestraft", in bestehenden Wohngebäuden 15% der Wärme durch erneuerbare Energien zu decken oder entsprechende Ersatzmaßnahmen nachzuweisen (Quelle u.a. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg).

Wir ließen nach Einbau der neuen Gastherme als Ersatzmaßnahme gemäß EWärmeG einen entsprechenden Sanierungsplan für unser Dachgeschoss ausarbeiten und legten den Chr. V. von V.-Handwerk vor, der den Auftrag gerne übernehmen wollte. Zuvor hatten wir mit Herrn V. wirklich gute Erfahrungen gemacht: Nach dem Hauskauf im Sommer 2016 flieste er uns das Bad hübsch*, erledigte die abschließenden Elektroarbeiten, spachtelte, schliff und strich einen Großteil der Wände, installierte einen Briefkasten mit Sprechanlage und führte kleinere Ausbesserungen durch.

Zu den anstehenden Arbeiten im Dachgeschoss bekamen wir lediglich einen groben Kostenvoranschlag, der lt. Herrn V. "absichtlich sehr hoch angesetzt" war, voraussichtlich würde es günstiger werden. Der Preis ließ uns schlucken, wir hofften (natürlich blauäugig) auf "günstiger".

Am 18. Mai 2017 begann ein "Subunternehmen" des Herrn V. mit der Dämmung. Abgemacht war, dass dieses Subunternehmen lediglich die "groben" Arbeiten übernehmen sollte wie das Herausreißen der Dachverkleidung und der alten Dämmung. Das Dämmen, Einsetzen der neuen Fenster, Anbringen der neuen Verkleidung etc. sollte lt. Absprache von Herrn V. übernommen werden (ursprünglich war sogar geplant, dass Herr V. zusammen mit Kollegen zusammen die kompletten Arbeiten übernehmen sollte).

Während der Baumaßnahmen musste ich jeden Abend Fotos im Dachgeschoss machen und diese per WhatsApp an Herrn V. übermitteln, der so den Fortschritt und die Güte der Baumaßnahmen begutachten wollte. Ich fotografierte, was das Zeug hielt, oft mit Zollstock daneben, damit beispielsweise die Dicke der Dämmung bzw. die Breite der Klebestreifen korrekt eingeschätzt werden konnte.

Am 6. Juni 2017 stellten wir fest, dass der Druck unserer (neuen) Therme total abgefallen war. Ich hätte ja gerne die Handwerker gefragt, ob etwas ihrer Tätigkeiten an dem Tag den Druck der Therme hätte beeinflussen können, aber mein Polnisch ist leider quasi nicht vorhanden. Und genau nur diese Sprache konnte das Subunternehmen von Herrn V. - von M. abgesehen, der aber nur selten auf der Bildfläche erschien. Herr V. konnte mir auch keine Auskunft geben. Er lies sich lediglich weiter Fotos schicken:
07.06.17, 17:56 - V.: Perfekt, das ist das Ziel, das ich nicht kommen muss. Ich schaue am Samstag vorbei zur Kontrolle. Fenster kommen am Montag.... geht es am Samstag Nachmittag bei Ihnen?
Hallo? Nicht kommen? So war das nicht ausgemacht!!

Leider schalteten wir zu dem Zeitpunkt nicht, da er uns hier ja quasi schrieb, die gesamten Baumaßnahmen vom Subunternehmen durchführen zu lassen.

Herr V. war so lediglich am 10. Juni persönlich vor Ort, um sich den Baufortschritt anzusehen, als eigentlich fast alles schon nahezu fertig war; er übernahm also nicht an eigentlich vereinbarter Stelle die Arbeiten.

Mitte Juni 2017 wurden die Arbeiten im Dachgeschoss abgeschlossen, bei denen wir noch ein paar Nachbesserungen am Haus in Auftrag gegeben hatten.

Bei den Arbeiten im Dachgeschoss wurde eine Lampe im Treppenhaus zerstört. Herr V. wollte sich "auf dem kleinen Dienstweg" darum kümmern.

Nichts ist passiert.

Der nagelneue Vinyl-Boden des Dachgeschosses wurde bei den Arbeiten entgegen der Absprache nicht oder nur ungenügend abgedeckt. Obwohl ich mehrfach auf allen Vieren schrubbte, konnte ich einige Spuren nicht entfernen. Lt. Herrn V. würde das von alleine verblassen, wenn nur erstmal drauf hin und her gelaufen wird:


So sieht es nach über einem Jahr aus, in dem ich immer mal wieder geschrubbt habe. Es befindet sich noch immer weiße Farbe in den Ritzen und an einigen Stellen sind helle Schleier auf dem Boden.

Es sollte übrigens die Wandfarbe verwendet werden, die Herr V. bereits im Vorjahr auf all unseren anderen Wänden verwendet hat, damit wir uns nur einen Topf "in Ersatz" in den Keller stellen müssen. Hat nicht geklappt, obwohl uns Herr V. das versichert hatte: "Kein Problem, ich habe jetzt auch ein Konto beim Farbenkontor!" Stattdessen wurde irgend eine Feld-Wald-und-Wiesen-Farbe verwendet.

Bei den "kleineren Ausbesserungen" an unserem Haus durch das Subunternehmen (sollte eigentlich auch Herr V. übernehmen) wurden der Lack unserer nagelneuen Holzeingangstür sowie die nagelneue Schwelle beschädigt. Herr V. wollte sich darum kümmern ("Finden Sie bitte die RAL-Nummer heraus, ich besorge einen Lack-Stift!"), wenn es auch in seinen Augen völlig unnötig ist: "Das ist eine Außentür, da werden Sie aufgrund der Umwelteinflüsse schon nach kurzer Zeit nichts mehr von sehen.":

Spachtelzeugs auf dem Lack, das ich nicht weg bekomme, nicht mal mit der "Geheimwaffe" Nagellackentferner
Beim Wegwischen Streifen in den Lack gewischt, die ich nicht weg poliert bekomme
Mit dem Cutter beim Wegschneiden des Abklebebands tief ins Holz geschnitten
Die Spachtelmasse hatte zudem gelblichbraune Spuren auf der Fußleiste und den Steinen am Eingang hinterlassen, die ich nicht rückstandslos entfernen konnte. Erledige sich von alleine, schließlich laufe man ja jeden Tag darüber.


Die Ausbesserungen an der Tür per Lack-Stift wollte Herr V. durchführen, wenn er die bis jetzt nur gespachtelten aber noch nicht überstrichenen Stellen innen im Eingangsbereich streichen würde. Denn so kann das auch nicht bleiben:

Nichts ist bis heute geschehen: Weder sind die Flecken durch Verwitterung verschwunden, noch hat Herr V. sie verschwinden lassen (dass ich Farbe besorgt habe, habe ich ihm am 19. Juli 2017 mitgeteilt), noch hat Herr V. die Wände im Eingangsbereich gestrichen, noch sind die Flecken an der Leiste weggelaufen.

Die Fenster wurden beim Einbau an einigen Stellen verkratzt. Lt. Herrn V. "völlig normal" bei einem Einbau und natürlich keine "B-Ware":


Zudem haben die Handwerker konsequent ihren Restmüll in unserer "schlauen Tonne" (= nur für Papier und Pappe) entsorgt. Wir konnten ihnen leider nicht verständlich machen, dass das so nicht geht.

Unsere Klobrille des Gästeklos konnten wir nach der Benutzung durch die Handwerker entsorgen: Die Absenkautomatik war beschädigt und alle Deckel ließen sich so ohne Widerstand nicht mehr aufrecht stellen.

Trotzdem zahlten wir (rückblickend natürlich dämlich) die komplette Rechnung, die den Kostenvoranschlag fast bis auf den letzten Cent ausnutzte, obwohl die Arbeiten noch gar nicht abgeschlossen waren.

Auf den Preis-Schreck fragte ich (dreist), ob da nicht für uns noch Sonnenschutz-Rollos auf Kosten von Herrn V. für uns drin wären. Am 22. Juni 2018 schrieb Herr V. dazu:
"Über die Rollos brauchen wir nicht diskutieren, Sie sind ein guter Kunde, die Rollos gehen somit auf meine Kappe…"
Auf die Rollos warten wir ebenfalls noch heute.

Am 18. September 2017 war unser Handwerker da, der uns die neue Therme 2016 einbaute. Eigentlich um die Entkalkungsanlage zu warten. Dabei fragten wir ihn, wie es sein könne, dass die Therme seit drei Monaten plötzlich ständig an Druck verliere, sodass wir teilweise nach zwei Wochen schon wieder Wasser nachfüllen müssten. Fand er komisch. Er entdeckte dann, dass ein Heizkörper nach der Dachdämmung nicht wieder korrekt montiert worden war: Er verlor etwas Wasser. Grad so viel, dass der Druck abfiel, aber so wenig, dass es in dem noch immer nicht genutzten Dachgeschoss nicht weiter auffiel.


Wahrscheinlich seit dem Bau des Hauses 1989 befinden sich auf unserem Dach über den beiden Dachfenstern (Norden und Süden) "Lüfter-Ziegel". An der Holzdecke, die zum Zeitpunkt des Hauskaufs im Dachgeschoss angebracht war, ließen sich vor der Dämmung des Dachgeschosses keinerlei Wasserflecken entdecken. Weder während der Begehung mit einem Gutachter am 08. Juni 2016 (das Dach sollte lediglich mittelfristig "modernisiert" nicht aber "repariert" werden), noch zu einem späteren Zeitpunkt nach der Schlüsselübergabe am 10. August 2016. Während der Abrissmaßnahmen und auch danach wurden wir nicht darüber informiert, dass im Bereich der Lüfter-Ziegel ein Wassereintritt zu erkennen war. Denn wäre dem so gewesen, hätten die Handwerker das sicher nicht ignorieren dürfen sondern uns mindestens informieren müssen. Dachte ich. Handwerker sehen das anders ... [siehe Teil 2: Es tropft!]

Anfang 2018 entdeckte ich feuchte Stellen über beiden Fenstern, erst an der Süd-, kurz danach auch an der Nordseite, die schließlich sogar zu tropfen anfingen, sodass der Bereich unter den Fenstern unbenutzbar war. Am 7. Februar 2018 informierte ich Herrn V. darüber. Danach fing das eigentliche Drama an ...


[Weiter zu Teil 2 - Es tropft!]

*Ok, eigentlich sollten alle waagerechten Flächen die (dunklen) Bodenfliesen bekommen, aber da das in unserem Mini-Bad lediglich die Ablagefläche unter der Therme und das Podestchen vorm Fenster betrifft, kann man es wohl unter den Tisch fallen lassen, dass Herr V. das "vergaß" obwohl fest zugesagt.

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